Krankheiten


Ich möchte hier keinesfalls medizinische Ratschläge geben, sonder nur grob einen Überblick über Erkrankungsursachen und deren Vermeidung geben.

Ein wichtiges Thema in der Tierhaltung - speziell in der Terraristik - ist die Gesundheit der Tiere und damit auch die richtige Behandlung kranker Tiere und die Vorsorge für den Bestand. Zum Glück gibt es heut zu Tage immer mehr Tierärzte, die sich auf die Behandlung von Reptilien spezialisieren, jedoch gibt es immer noch Qualitätsunterschiede. Am besten ist es, wenn man einen Tierarzt von anderen Terrarianer empfohlen bekommt, die selbst schon mit ihren Tieren in Behandlung dort waren.

Vor dem Erwerb des Tieres

Um erst gar nicht in die Notlage zu kommen, mit dem Tier zum Tierarzt zu müssen, gibt es einige Punkte, die unter Berücksichtigung dazu beitragen, die Gesunderhaltung zu fördern. Dies fängt schon vor dem Erwerb des Tieres an, denn da ist Folgendes zu beachten:

  • spezielle Ansprüche der Tiere bzw. des Tieres (Klima, Futter, geeignetes Terrarium inkl. Ausstattung,  artspezifische Besonderheiten => Austausch mit erfahrenen Terrarianer, Fachliteratur)
  • Standort des Terrariums (keine direkte Sonneneinstrahlung, nicht im Luftzug, kein stark frequentierter Raum um unnötig Stress zu vermeiden)
  • Quarantänemöglichkeit (leicht zu reinigendes, bedürfnisgerechtes Becken zur Kontrolle, gerade bei Importtieren oder Tieren mit ungewisser Herkunft)
  • Bezugsquelle der Tiere (direkt beim Züchter mit Beratung oder den seltenen fachlich seriösen Zoofachhandlungen wie z.B. AZ-Terraristik in Essen)

Transporte

Wenn man das Tier dann erworben hat, sei es bei einem Züchter, auf einer Börse oder im Zoofachhandel ist der richtige Tranpsort für die Tiere sehr wichtig um nicht gleich den Stressfaktor in die Höhe zu treiben. Mit einer klimastabilen Styroporbox bzw. einem isolierten Behälter wie Kühtaschen etc., ist schonmal der erste Schritt getan. In den kalten Monaten sollte man auch noch für eine leichte Wärmequelle in Form von einem Heatpack oder einer Wärmflasche sorgen. Schlangen werden bevorzugt in Leinensäcken transportiert, diese bieten Sicherheit und Sichtschutz. Gleiches ist auch anzuraten, wenn man zum Tierarzt muss oder seine Tiere aus anderen Gründen von A nach B befördern muss.

 





Styroporbox zum Transport von Reptilien




Ich möchte auch noch kurz auf das Thema professionelle Tiertransporte eingehen. Viele Unternehmen bieten Tiertransporte an, jedoch haben die meisten dafür gerade in den kalten Monaten nicht die besten Bedingungen. Nur in wenigen Fällen werden Tranpsorte in klimatisierten Fahrzeugen angeboten. Dafür sollte man auch einen höheren Preis akzeptieren. In der Regel sind die Tiere 12 Stunden, maximal 24 Stunden unterwegs. Für eine artgerechte und klimastabile Verpackung sollte in jedem Fall gesorgt sein. Unter LINKS sind einige empfehlenswerte Unternehmen gelistet!

Ein Versand per Postpaket oder eine Eilsendung mit anderen nicht speziallisierten Unternehmen sollte zum Wohl der Tiere vermieden werden.


Krankheiten allgemein

Wir unterscheiden grob zwei Arten von Krankheitsbildern, zum einen sind es Infektionen (Bakterien, Pilze, Viren etc.) und den Befall mit Parasiten, die wiederum Auslöser für Infektionen sein können, wenn sie Wirte der Erreger sind. Egal von welchem Krankheitsbild wir sprechen, eine artgerechte und  saubere - nicht sterile - Haltung trägt viel zur Prophylaxe (Vorbeugung von Krankheiten) bei. Genauso sieht es beim Thema Stress aus. Ist ein Tier zu oft stressigen Situationen ausgesetzt z.B. andauerndes Handling, ungünstiger Standort des Terrraiums, kaum Versteckmöglichkeiten oder falsch verstandene Tierliebe ausgesetzt, kann es um einiges mehr anfälliger für Krankheiten sein.

Wenn man das Verhalten seines Tieres kennt, kann man bei genauer Beobachtung oder manchmal auch auf den ersten Blick sehen, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Wenn das Tier abnormale Verhaltensmuster zeigt oder sichtbare Veränderungen auftreten, wie beispielsweise:


  • Starke Unruhe
  • gesteigerte Aggressivität
  • Desinteresse an Umewelteinflüssen
  • Apathie
  • unkoordinierte Bewegungen
  • atypische Körperhaltung
  • fehlende Körperspannung
  • Schleim vor dem Maul
  • Bläschen aus den Nasenlöchern
  • Nahrungsverweigerung
  • Auswürgen der Nahrung
  • langer Aufenthalt im Wasser
  • Durchfall
  • starke verfärbung des Kot bzw. Urinat
  • Entzündung der Mundschlemhaut
  • extreme Atemgeräusche
  • Maul immer leicht geöffnet
  • Blähung der Kehle beim Atmen

Literaturempfehlung



''Krankheiten von Reptilien'' von Günther Köhler


        

 ''Erkrankungen bei Schlangen'' von Dr. Frank Mutschmann