| Dunkler Tigerpython (Python bivittatus bivittatus) |
Vorwort
Der Dunkler Tigerpython gehört wohl wegen seiner ruhigen Art zu den beliebtesten wirklichen Riesenschlangen, die in privater Haltung gepflegt werden. Diese Tiere sind für den Einstieg in die Riesenschlangenhaltung zu empfehlen, wenn genügend Platz und Engagment aufgebracht werden kann, um sich den Tieren anzunehmen.
Leider gibt es viele Menschen, die sich die Tiere als Jungtiere zulegen, gerade weil sie in den verschiedensten Zeichnungs- und Farbvarianten sehr reizvoll aussehen. Wenn die Tiere später bei schlechter Haltung nicht mehr zu bewältigen ist, findet man diese oft in den bekannten Kleinanzeigen oder im schlimmsten Fall in der freien Natur, was für das Tier auf kurz oder lang den Tod bedeutet und dem wirklich verantwortungsvollen Haltern das Leben schwer macht, den Negativschlagzeilen gibt es ohnehin genügend.
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Artstatus für Python molurus bivittatus
Nun ist es offiziell, der Dunkle Tigerpython ist keine Unterart mehr sondern wurde in den Artrang erhoben. Ausschlaggebend dafür war die neue taxonomische Beschreibung der Zwergform (Python bivittatus progschai), die jetzt Unterart von Python bivittatus bivittatus (ehem. Python molurus bivittatus) ist. In der aktuellen Ausgabe der SAURIA, gibt es einen ausführlichen Bericht hierzu.
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Herkunft
Die Herkunft von Python molurus bivittatus bezieht sich auf einen Teil Hinter-Indiens, Süd-China und Burma. Er fühlt sich in Regenwaldregionen genauso wohl wie im feuchten Gras- oder Buschland. Dort wird er er desöfteren in gewässernähe angetroffen.
Verhalten
Im Allgemeinen gilt der Tigerpython als ruhige Riesenschlange. Für viele Interessierte und Halter ist gerade dies - in Verbrindung mit der Größe der Tiere - der Reiz, den diese Giganten ausstrahlen. Doch immer wieder kann man in Internetforen oder anderen Berichten über Leute lesen, die mit den Tieren einfach nicht zurecht kommen und die behaupten, dass sie noch nie aggressivere Tiere erlebt hätten. Dieses anormale Verhalten kann in Einzelfällen vom Tier ausgehen oder durch falsche Haltung hervorgerufen werden. Letzteres trifft wohl in der Vielzahl aller Fälle zu.
Ich habe keine Probleme damit den Tigerpython als Einsteigerschlange in die wirkliche Riesenhaltung zu empfehlen, wenn ein gesunder Menschenverstand vorhanden und die Haltung zu realisieren ist. Natürlich ist es ratsam immer mit Jungtieren, die von einem seriösen Züchter kommen, zu beginnen. Bei einem guten Züchter kann man sich die Haltung anschauen und einen guten Ansprechpartener finden, auch nach dem Kauf hat. Als Jungtiere sind Tigerpythons oft noch etwas nervös, was von vielen als Aggressioneingestuft wird. Dies ist aber natüricher Instinkt und ein angeborener Reflex zur Verteidigung. Alles was in sich von oben den Tieren nähert ist ein potentieller Feind und danach wird im äußersten Fall auch geschnappt. Genau dieses Verhalten führt bei vielen Anfängern dazu, dass sie die Schlange als unhaltbar und notorisch aggressiv abstempelt wird. Sind die Tiere dann jedoch nach einiger Zeit an die Abläufe gewöhnt und fressen auch kontinuierlich, ist das händeln der Tiere kein Problem mehr.
In den Jahren, in denen ich Tigerpythons pflege, konnte ich noch keine der sogenannten Flegelphasen, die immer gerne im Zusammenhang mit den Burmesen genannt werden, ausmachen. Klar, es gibt Tage, da lässt man sie besser ganz in Ruhe aber das dies über eine längere Zeit der Fall war, kann ich nicht bestätigen.
Dunkler Tigerpython het. Green/Granit
Umgang (Handling)
Bei diesen Thema gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Im Vorfeld möchte ich aber sagen, dass es jeder Halter für sich entscheiden muss, in wie weit man Umganz oder direkten Kontakt zu den Tieren hat.
Handling bedeutet für mich nicht, die Tiere jeden Tag aus dem Terrarium zu ziehen um sie einmal anzuschauen und evtl. auch ein bisschen zu ''schmusen''. Dafür gibt es geeignetere Haustiere, die jedoch keine Schuppen haben sollten.
Jungtiere sollten regelmäßig an die Hand der Pflegers gewöhnt werden, damit ein Kontakt zwischen Beiden im notwendigen Fall (Hygiene im Terrarium oder Tierarztbesuch) nicht in einem Fiasko endet. Es wird immer etwas Stress für die Tiere sein aber weitaus weniger als für ein uneingewöhntes Tier, dass mit jedem Mal wilder und aggressiver wird.
Meine Vorgehensweise ist keine ''Zähmung'' der Tiere, sondern eine reine Gewöhnung. Die Instinkte der Tiere kann man nicht unterdrücken oder entwöhnen. Man muss sie verstehen lernen und wissen, wann und wie die Tiere auf entsprechende Reize reagieren.
Eingewöhnte Nachzuchten von Python bivittatus bivittatus