Zwergform des Dunklen Tigerpython
(Python bivittatus progschai)


                                                                                                                     2jähriges Weibchen ca. 80-90 cm

Herkunft

Ein Teil der Insel Sulawesi ist das Herkunftsgebiet dieser seltenen, kleinbleibenden Unterart von Python bivittatus bivittatus . Wie sich diese Unterart enwtickelt hat und ob das begrenzte Verbreitungsgebiet etwas mit der Endgröße dieser Tiere zu tun hat, ist fraglich.Von dieser Insel stammen jedoch auch kleinbleibende Arten von B. reticulatus. Sicher ist, dass diese Tiere deutlich unter der Endgröße des großen Bruders liegen und mit maximal 200-220 cm ausgewachsen sind. Im Vergleich zu einem ausgewachsenen Weibchen der großen Art, sind diese Tiere echte Wintzlinge, jedoch auch etwas temperamentvoller, vorallem Farmzuchten und Wildfänge. So bestätigen aber auch Ausnamen die Regel.


Haltung

Da über die Haltung dieser Tiere noch kaum etwas bekannt ist, gehen wir davon aus, dass er ähnliche Ansprüche wie der große Dunkle Tigerpython hat. Für die Eingewöhnung von Farmzuchten oder Wildfängen ist ein Schublade eines Racks mit Wasserschale zum Baden, Versteckmöglichkeit und ausreichend Wärme am besten. Eine Beleuchtung ist nicht von Nöten, da die Tiere meißt im Unterholz und Laub ihres Lebensraumes leben.

  Männchen von Python bivittatus progschai (3-4jährig, ca. 120-130 cm)

Unterschiede zu Python b. bivittaus

Vergleicht man beide Arten, kann man die enge Verwandschaft deutlich erkennen. Nebem dem Größenunterschied ist eine deutliche Unterscheidung an der Musterung der Tiere möglich. Während die Sattelflecken der großen Tiere großgemustert sind, bemerkt man bei der Zwergform, dass diese eher durcheinander und geteilt sind. Durch diese feinere Zick-Zack-Musterung sind sie in freier Wildbahn noch schwerer von Predatoren (Fressfeinden) auszumachen.

                                                                   Zeichnung von Python b. progschai                     Zeichnung von Python molurus bivittatus

Man erkennt deutlich, dass sich die Abbildungen deutlich von einander unterscheiden. Oftmals wird auch der kleiner bleibende Helle Tigerpython (Python molurus molurus) als sogenannte Zwerge verkauft. Ein eindeutiges Indiz für P. m. molurus ist die hellrosa gefärbte Kopfzeichnung, die bei richtigen Zwergen eher hellbesch oder ockerfarben ist, sowie die helle Grundfarbe zwischen den Sattelflecken und der Dorsalzeichnung.

                                                       Kopffärbung/ -zeichnung bei Python b. progschai           Kopffärbung/ -zeichnung bei Python m. molurus


Eigene Erfahrungen

Nun wird es langsam Zeit unsere eigenen Erfahrungen in Haltung und Umgang mit der Zwergform mitzuteilen. Erstaunlicherweise können wir mit einigen Vorurteilen, was das hektische und ''aggressive'' Verhalten angeht, abrechnen.

Ganz ohne Zweifel sind Wildfangtiere nur schwer an den Pfleger zu gewöhnen, da diese ja den Überlebenskampf in der freien Wildbahn kennen und den Menschen als Predator ansehen. Vielleicht legt sich dieses Verhalten bei dem ein oder anderen Tier nach einiger Zeit, bei unseren Tieren ist das bis Dato nicht der Fall. Schon bei den kleinsten Störungen z.B. bei Reinigungsarbeiten oder kurzzeitigem Umsetzen wegen Fütterung sondern die Tiere ein übel riechendes Sekrekt aus eine Afterdrüse ab, das wir auch schon von Python m. molurus kennen.

Die Farmzuchten sind schon deutlich von den Wildfängen zu unterscheiden. Sie legen schon ein etwas ruhigeres Verhalten an den Tag, sind jedoch immer noch mit Vorsicht zu genießen. Unsere Farmzucht kann recht aufbrausend werden aber hat noch die geschnappt. Gerade in der Häutungsphase sollte man da sehr acht geben, denn da kann man wieder den Vergleich zum großen Tigerpython ziehen. Diese reagrieren auf Störungen während dieser Zeit auch empfindlicher als sonst.

Was uns sehr verwundert hat war, dass unsere erste Nachzucht, die wir pflegen dürfen nach der Eingewöhnung sehr ruhig wurde und auch immer noch ist. Sie hat ein waches Wesen, ist aber bei weitem nicht so hektsich wie die Wildfänge oder Farmzuchten. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Verhalten entwickelt und ob auch hier die Flegelphasen eintreten werden.

Nachdem wir das Männchen zum Weibchen gesetzt haben konnten wir in der selben Nacht schon die Paarung beobachten. Im Vorfeld wurde das Männchen 2-3° kühler gehalten als üblich, in einem Zeitraum von 3-4 Wochen vor dem Zusammensetzen. Das Futter wurde vom Männchen in dieser Zeit nicht verweigert. Das vom Verhalten her sehr nervöse männliche Tier machte während dem Besuch des Weibchens einen sehr entspannten Eindruck und sein Abwehrverhalten legte sich in kürzester Zeit. Wie sich die evtl. Trächtigkeit weiterenwtickelt, werden wir hier berichten...........!